BAVC und IG BCE vereinbarten ferner, die Beschäftigung im Chemiesektor zu sichern, und verabschiedeten einen Maßnahmenkatalog, der vor Entlassungen von Unternehmen zu prüfen ist. Solche Maßnahmen können Kurzarbeit (DE0909029I, DE0904039I) oder die Berufung auf tarifliche Öffnungsklauseln (DE0606019I) umfassen. Der Arbeitgeber hat konkrete Gründe anzugeben, wenn diese Instrumente nicht berücksichtigt werden, und dem Betriebsrat die Situation zu erläutern. Darüber hinaus werden die Sozialpartner regionale Netzwerke einrichten, um beispielsweise Mitarbeiter von angeschlagenen Unternehmen mit anderen Unternehmen zu beauftragen. Die Inflationsrate in Deutschland lag 2014 bei 0,9 Prozent. Anfang des Jahres schloss die IG BCE einen Tarifvertrag für 13.000 Steinkohlenbergleute auf der Ebene von 3,6 Prozent und einer einmaligen Pauschale von 600 Euro, während die Gewerkschaft kürzlich eine Lohnerhöhung von 5 Prozent für 50.000 Beschäftigte in 150 Papierunternehmen für einen Zeitraum von 12 Monaten erzielte. Auch der Lehrlingstarifvertrag wurde bis 2013 verlängert. Die Arbeitgeber im Chemiesektor haben sich verpflichtet, zwischen 2011 und 2013 jährlich 9.000 neue Ausbildungsplätze für Auszubildende zu schaffen. Die Sozialpartner haben auch ein neues Programm mit dem Namen “1.000 für 1.000” ins Leben gerufen.

Die Unternehmen der Branche sollen eine einmalige Zahlung von 25 Mio. EUR in einen neuen Fonds leisten, um Unternehmen zu unterstützen, die weiterhin Lehrlinge beschäftigen, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, aber wegen der Wirtschaftskrise keine festanstandigen Arbeitsplätze erhalten haben. Diese Unternehmen erhalten für maximal ein Jahr 1.000 € monatlich aus dem Fonds, wodurch ihre Personalkosten für den betreffenden Mitarbeiter um etwa ein Drittel gesenkt werden. Die Sozialpartner hoffen daher, dass rund 1.000 Auszubildende nach Abschluss ihrer Ausbildung bei ihren Betrieben bleiben können. Diese Maßnahme ist auf die Dauer der aktuellen Krise beschränkt. Der Fonds wird gemeinsam von BAVC, IG BCE und dem Förderverein der Chemischen Industrie (UCI) verwaltet. Der AVR sieht in der Ausweitung der VPS im Rahmen von Tarifverträgen mit mehreren Arbeitgebern eine Voraussetzung für die Einleitung einer regulären Tarifrunde mit Ver.di. Daher deuten die oben vorgelegten Beweise darauf hin, dass die Höhe der variablen Vergütung zwischen den verschiedenen Gruppen von Arbeitnehmern sehr unterschiedlich ist. Diese Annahme steht im Einklang mit den Aussagen im Jahresbericht des WSI über Tarifverhandlungen (WSI-Tarifhandbuch 2007).

DemBericht zufolge erhielten ungelernte und qualifizierte Arbeiter im Jahr 2005 deutlich geringere jährliche Zusatzzahlungen, die an Gewinnbeteiligungen und Boni (548 BZW. 1.131 EUR) gekoppelt waren, als es qualifizierte Angestellte (1.843)) und hochqualifizierte Fachkräfte (6.635 )€ waren. Im genossenschaftlichen Bankensektor haben Ver.di und der entsprechende Arbeitgeberverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (AVR) seit 2006 keine neue Lohnvereinbarung erzielt. Die Sozialpartner waren nicht in der Lage, ihre gegensätzlichen Positionen in Bezug auf den Anteil der Lohnanteile, der variieren kann, zu überwinden. Der neue Tarifvertrag in der chemischen Industrie steht.